Japanischer Grüntee



Grüner Tee, Darm und Immunsystem


Eine faszinierende Verbindung.


Der Darm ist weit mehr als ein Teil des Verdauungssystems. Die Darmwand und die dort ansässige Darmmikrobiota stehen in engem Zusammenhang mit zahlreichen Funktionen unseres Körpers – darunter auch der Regulation des Immunsystems.

Deshalb beschäftigt sich die moderne Forschung zunehmend mit der Frage, welche Rolle unsere Ernährung für das Zusammenspiel von Darmmikrobiota, Darmbarriere

und Immunsystem spielen kann.



Auch grüner Tee ist Gegenstand dieser Forschung.

Was passiert mit den Inhaltsstoffen des grünen Tees?


Grüner Tee enthält eine Vielzahl natürlicher Inhaltsstoffe, insbesondere Catechine wie EGCG.

Ein Teil dieser Verbindungen wird im oberen Verdauungstrakt aufgenommen.

Andere Catechine gelangen in den Dickdarm und werden dort durch die vorhandenen Mikroorganismen weiterverarbeitet. Dabei entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte,

die wiederum biologisch aktiv sein können. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten beschreiben deshalb eine komplexe Wechselwirkung zwischen Grüntee-Catechinen

und der Darmmikrobiota.


Interessante Ergebnisse aus Humanstudien.


Auch beim Menschen wird dieser Zusammenhang untersucht.

Eine randomisierte, doppelblinde Studie untersuchte beispielsweise den Einfluss von Matcha auf die menschliche Darmmikrobiota. Weitere Untersuchungen beschäftigten sich mit Veränderungen bestimmter Bakteriengruppen nach dem Konsum von grünem Tee.


Eine kleinere Humanstudie beobachtete dabei eine Tendenz zu einem höheren Anteil von Bifidobakterien nach regelmäßigem Grüntee-Konsum. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl sollten diese Ergebnisse jedoch vorsichtig interpretiert werden.

Die Forschung ist deshalb noch nicht an einem Punkt, an dem sich sagen lässt, dass grüner Tee bei jedem Menschen eine bestimmte Veränderung der Darmflora oder des Immunsystems bewirkt.


Was sich jedoch immer deutlicher zeigt: Die Wechselwirkung zwischen Tee, Darmmikrobiota und unserem Organismus ist ein wissenschaftlich interessantes Forschungsgebiet.


Ein faszinierender Kreislauf. Grüner Tee liefert natürliche Pflanzenstoffe.

Die Darmmikrobiota verarbeitet einen Teil dieser Stoffe. Dabei entstehen neue Verbindungen, die wiederum mit unserem Körper interagieren können. Und genau diese Verbindung zwischen Tee, Darm und Immunsystem eröffnet ein faszinierendes Forschungsfeld.


Eine Tasse japanischer Grüntee ist damit nicht nur ein Moment des Genusses – sie ist Teil eines komplexen Zusammenspiels zwischen Pflanze, Mensch und Mikrobiota.



Wissenschaftliche Quellen


1. Matcha und die menschliche Darmmikrobiota

Randomisierte, doppelblinde Humanstudie zum Einfluss von Matcha

auf die Darmmikrobiota.

PubMed – Matcha green tea and human fecal microbiota


2. Grüntee-Catechine und Darmmikrobiota

Aktuelle Übersichtsarbeit über die Verarbeitung von Grüntee-Catechinen

durch die Darmmikrobiota und die dabei entstehenden Stoffwechselprodukte.

PubMed – Gut microbiota-mediated metabolism of green tea catechins


3. Grüntee und Bifidobakterien

Humanstudie zur Veränderung der Darmmikrobiota nach Grüntee-Konsum.

Die Untersuchung beobachtete unter anderem eine Tendenz zu einem höheren Anteil

von Bifidobakterien.

PubMed – Effects of green tea consumption on human fecal microbiota


4. Darmmikrobiota und Immunsystem

Übersichtsarbeit zum komplexen Zusammenspiel von Darmmikrobiota,

Darmbarriere und Immunfunktion.

PubMed – Gut microbiota and immune system


5. Grüntee und oxidativer Stress bei körperlicher Belastung

Systematische Übersichtsarbeit zu Grüntee-Supplementierung, antioxidativem Status

und trainingsbedingtem oxidativem Stress.

PubMed – Green tea supplementation and exercise-induced oxidative stress